Therapien in Deutschland:B. Sobernheim/B. Salzungen

Informationen über die VSS-Tagung 2008 werden schnellst möglich hier reingestellt

Therapien in Deutschland:B. Sobernheim/B. Salzungen

Beitragvon victoria am Mi Nov 25, 2009 9:34 pm

Wer hat Erfahrungen in Therapien in Deutschland. Auf der deutschen Website fuer Skoliose hat man den Eindruck dass grosse Erfolge erzielt werden. Zahlt die schweizer IV einen Beitrag. Gibt es solche Reha Kliniken auch in der Schweiz, die sich auf Skoliose spezialisieren? Wer hat Erfahrung\?
victoria
 
Beiträge: 4
Registriert: Mo Okt 12, 2009 7:45 pm

Re: Therapien in Deutschland:B. Sobernheim/B. Salzungen

Beitragvon Franz Boeni am Do Nov 26, 2009 8:45 am

Guten Morgen,

Meine Tochter war 3x in Bad Sobernheim und kam jedesmal total begeistert zurück. Leider hat die IV in unserem Fall nicht bezahlt, weil

a) der Arzt das Rezept nicht richtig ausgestellt hat
b) weil wir den ersten Aufenthalt in Bad Sobernheim VOR der allfälligen Kostengutsprache der IV machten

Sogar das Bundesgericht gab der IV Recht. ALSO: vom behandelnden Arzt unbedingt ein Rezept verlangen, welches diesen Aufenthalt als 'zwingend empfohlen' verlangt und von der IV vorher die Kostengutsprache verlangen mit der Begründung, dass es in der Schweiz LEIDER noch keine solchen Therapie-Angebote gibt.

Die Kosten in Bad Sobernheim sind auf jeden Fall günstiger als in der Schweiz.

Für mehr Auskünfte bitte um Kontaktnahme per Telefon.

Franz Boeni
Franz Boeni
 
Beiträge: 1
Registriert: Do Nov 26, 2009 8:35 am

Re: Therapien in Deutschland:B. Sobernheim/B. Salzungen

Beitragvon victoria am Mi Dez 09, 2009 8:56 pm

Hallo Hr. Boeni,

Danke fuer den Tipp. Ich versuche soviel Informationen im Moment wie moeglich zu gewinnen. Wir haben im Maerz 2010 den ersten 6-Monats check und im August das 1. Roentgen (dann nach 1 Jahr Korsett). Wir sind im Kinderspital in Zuerich bei Dr. Dierauer. Bis jetzt habe ich einen guten Eindruck. Er sagt im grossen und ganzen haengt der Erfolg von der Tragedauer des Korsettes ab und dem Wachstumsschueben des Kindes. Er bezeichnet die Schroth-Therapie aber als "Schrott-Therapie" und sagt das a und o des Gesundwerdens ist die Tragedauer des Korsetts. Deshalb weiss ich nicht ob er uns eine Ueberweisung nach Bad Sobernheim geben wird. Habe ihn noch nicht gefragt, ich denke ich warte mal wie die Ergebnisse so ausfallen. Denke es ist wohl der bessere Weg erst den Arzt hinter sich zu bekommen und dann die IV anzugehen.
Meine Tochter ist erst 7. Ich werde Sie wohl dann begleiten, wenn wir so etwas machen. Wie lange dauert denn so eine Kur?
Kennen Sie IV Stellen die Bad Sobernheim bewilligt haben, dass man die als Referenz angeben kann? Wir sind bei der IV Zug.

Herzlichen Dank fuer die wertvollen Tipps.

Mit freundlichem Gruss


Ruth Beckers
victoria
 
Beiträge: 4
Registriert: Mo Okt 12, 2009 7:45 pm

Re: Therapien in Deutschland:B. Sobernheim/B. Salzungen

Beitragvon Nici am Do Dez 10, 2009 9:20 pm

Hallo Frau Beckers!

Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie sie sich fühlen müssen, am Anfang dieser Diagnose. Bei mir wurde die Skoliose mit 10 Jahren von Dr. Dierauer im Kispi Zürich zum ersten Mal diagnostiziert. Als wir ein halbes Jahr später zur 2. Untersuchung gingen, hatte sich die Skoliose um ca 20 Grad verschlechtert, da wir einen Chiropraktiker aufgesucht hatten und ansonsten keine Therapie machten. Dr. Dierauer empfahl mir zuerst Physio, die ich "irgendwo machen könnte". So waren wir schlecht informiert und unternahmen etwas auf eigene Faust - was anscheinend nichts gebracht hat. Der Arzt war total geschockt und sagte mir dieses halbe Jahr später dann, dass ich sofort Physio machen müsse und ein Korsett tragen soll. 23 h/Tag. Wenn ich einen Bogen von über 40 Grad gehabt hätte, dann würde er sowieso operieren, waren seine Worte. Ich hatte damals 39 Grad, laut seiner Messung.
Danach wechselten wir den Arzt. Als geeignete Physiotherapie, wurde uns von einem Fitness-Arzt meine spätere Physiotherapeutin in Winterthur empfohlen. Sie ist Schroth-Therapeutin. Das Korsett wurde angefertigt. Wir liessen mich von nun an bei einem Arzt in Uster untersuchen, welcher mir vor allem Rezepte ausstellte oder Überweisungsberichte schrieb. Ansonsten hatte er nicht viel mit meiner Geschichte zu tun. Ausserdem sagte er uns, dasss meine Krümmung falsch gemessen wurde und ich eig. schon 42 Grad hätte und gar nicht 39.
Beim letzten Röntgenbild - das inzwischen aber auch schon ca. 3 Jahre her ist - hatte ich dann noch 30 Grad Verkrümmung. Das ist ein grosser Erfolg, wenn man bedenkt, dass die Krümmung in der Pubertät zu halten eigentlich schon als Erfolg gilt! Ich bin fest von der Wirkung der Schroth-Therapie und dem konsequenten Tragen des Korsetts überzeugt. Noch heute trage ich es in der Nacht. Ich bin jetzt 18 Jahre alt und gehe im Sommer (mit 19) dann zum 4. Mal nach Sobi. Sozusagen als Kontrolltherapie und um mehr Motivation für die Übungen zu schöpfen. Mir gefiel es immer sehr gut. Man konnte Kontakte knüpfen, sich mit anderen betroffenen und Angehörigen austauschen und lernte viele neue Übungen und Techniken.
Ich bin überzeugt, dass eine OP das Falsche gewesen wäre, zu diesem Zeitpunkt. Ich habe weder Schmerzen, noch fällt die Skoliose bei mir auf. Ich denke, dass eine OP notwendig sein kann, aber das muss von Fall zu Fall entschieden werden und viele Aspekte müssen miteinbezogen werden (Leidensdruck, gesundheitliche Schädigungen...), aber es sollte nicht über die Gradzahl angeschaut und durch diese Entscheidungen gefällt werden.

Falls sie noch Fragen haben, können sie mich gerne auch per Privat Nachricht oder Mail kontaktieren. Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen und sie können meinen etwas unstrukturierten Text entziffern.

Liebe Grüsse Nicole
Benutzeravatar
Nici
 
Beiträge: 11
Registriert: Sa Mai 17, 2008 12:28 pm


Zurück zu VSS-Tagung 2008

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast